Hinweis zur Mehrwertsteuer-Senkung von Juli bis Dezember 2020

Im Rahmen eines Konjunkturpakets zur Bewältigung der Corona-Krise hat die Deutsche Bunderegierung u.a. beschlossen, vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 sowohl den regulären Umsatzsteuersatz von 19 auf 16 % als auch den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 auf 5 % zu senken. Dies betrifft auch unsere Fachbücher, für die der ermäßigte Mehrwertsteuersatz gilt.

Da die VLB hauptsächlich gewerbliche Kunden bedient, arbeiten wir in der Regel mit Nettopreisen. D.h. hier wird bei der Rechnung der jeweils gültige Mehrwertsteuer-Satz auf den Netto-Preis aufgeschlagen. D.h. ab 1.7.2020 dann 15% statt bisher 19 %.

Bei Büchern ist die Gesetzeslage anders: Hier gilt in Deutschland das Buchpreisbindungsgesetz von 2002. Dies verpflichtet alle Verlage, einen festen Endverkaufspreis (also inkl. Mwst.) für seine Bücher festzulegen, der beim Verkauf an "Letztabnehmer" von allen Händlern verbindlich einzuhalten ist. Die Festlegung dieser Endpreise erfolgt durch die Eintragung jedes Werkes in das "Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB)". Bei der automatischen Umstellung ab 1.7.2020 bleiben in diesem Katalog die Endverkaufspreise gleich. Die Reduzierung des Mehrwersteuersatzes führt dann automatisch zu einer Erhöhung des Nettopreises.

Wenn wir jetzt die reduzierte Mehrwertsteuer an den Endverbraucher weiter reichen wollten, müssten wir  für alle unsere Titel die Endpreise in dieser Datenbank ändern. Gleichzeitig hätten damit auch alle Buchhandlungen und Wiederverkäufer das Recht, bereits bestellte Lagerware zurückzusenden oder Differenzen zu verrechnen. Das Ganze wäre jetzt fällig und dann später noch einmal im Dezember/Januar, wenn die Senkung wieder rückgängig gemacht werden soll.

Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gibt zu diesem Thema aus kartellrechtlichen Gründen keine allgemeine Empfehlung, verweist jedoch darauf, dass eine Preisänderung nicht gesetzlich erforderlich ist und jeder Verlag diese Entscheidung selber treffen muss.

Das ganze beschriebene Prozedere ist bei Büchern also sehr umständlich. Es betrifft außerdem nur  Bücher, die innerhalb Deutschlands verkauft werden (das macht bei uns weniger als 50 % des Absatzes aus) und würde auch nur vergleichsweise geringe Reduzierungen bringen (ein Kunze-Buch statt 129,00 € dann 126,59 €).

Wir haben daher beschlossen, die Endverkaufspreise für unsere Bücher vom 1.7. bis 31.12.2020 nicht zu ändern.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

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